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von Martin
Samstag, 14.06.26, 6Uhr, vor der Turnhalle in Schwarme: Radcomputer werden aktiviert, Trinkflaschen ans Rad gesteckt, Reifendrücke überprüft und Sonnencreme aufgetragen. Kurze Zeit später machen wir uns zu fünft auf, die gesamte Strecke des Kleeblattultra 100Meilen Laufs mit dem Gravelbike abzufahren.
Die Reihenfolge ist die gleiche wie beim Lauf. Wir starten mit dem südlichen Kleeblatt in Richtung Bruchhausen-Vilsen, danach gen Westen Richtung Syke, dann nach Norden bis Intschede und zum Schluss gen Osten an die Weser. Wir wählen ein moderates Tempo, die Temperaturen sind erträglich und der Wind hält sich in Grenzen. Nach jeder Runde verpflegen wir uns an den Autos, füllen Trinkflaschen nach und essen eine Kleinigkeit.
Schon am Ende der zweiten Runde wird es bei der Fahrt durch den Windpark Süstedt ziemlich warm. Im weiteren Verlauf des Tages steigen die Temperaturen auf über 30°C. Bei Gegenwind hat man teilweise das unangenehme Gefühl eine Backofentür mit zu wenig Abstand zu öffnen. Der Wind wird immer stärker, was aber nicht schlimm ist, da der Reiseleiter freiwillig die Nase in den Wind steckt und den Mitfahrenden so Windschatten bietet.
Inklusive Pausen dauert die Tour ca.7h, gefahren sind wir 100Meilen mit einer überschaubaren Anzahl an Höhenmetern. Die Strecke kann bei Komoot zum Nachfahren runtergeladen werden. Wir sehen uns am 27.09.25 in Schwarme, wenn die LäuferInnen 9Uhr auf die Strecke starten!

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von Jörg


ALLES TUT WEH, ALLES
Die Fußsohlen schmerzen. Die Waden und Oberschenkel brennen. Der untere Rücken schreit. Der Nacken ist knallhart, die rechte Schulter und der Oberarm tun weh.
Und während ich so im Klappstuhl vor dem Wohnmobil sitze, die Beine hochgelegt, stelle ich mir die Frage: Warum tust du dir das an?
Die Antwort ist aber ganz einfach. Auch wenn ich nicht mehr auf der Jagd nach Platzierungen und Bestzeiten bin, wurde ich dennoch vor fast zwei Jahrzehnten vom Ausdauer-Virus infiziert. Es reizt mich nach wie vor, meine eigene Grenze immer mal wieder auszutesten und den Kampf von Geist gegen Körper aufzunehmen.
Natürlich verschieben sich im Alter die Grenzen, aber man kann ja versuchen, diesen Prozess so lange wie möglich gering zu halten.
VORBEREITUNG
Wie schon in 2022 haben wir unseren Schwedenurlaub so geplant, dass die Teilnahme an der Vätternrundan mit in den Zeitrahmen passt. Pünktlich zum Meldestart habe ich mich angemeldet und mich dieses Mal getraut, eine Startzeit am Freitagabend zu wählen - das bedeutet, man fährt durch die Nacht.
Am Donnerstag kamen wir in Motala an und ich habe meine Startunterlagen abgeholt. Ein paar Merchandising Artikel als Erinnerung mussten auch noch eingetütet werden.
Dann hieß es Ausruhen und Nudeln essen. Die Nacht habe ich erstaunlich gut geschlafen und konnte Freitagvormittag mein Rad fertig machen, nochmal entscheiden was alles mitgenommen wird. Es waren Temperaturen von 12-18 Grad angekündigt, Regen war nicht in Sicht.
Inzwischen war ich total verunsichert, ob es eine gute Idee war, die Nacht durchzufahren. Ich hatte die Befürchtung, vor Müdigkeit vom Rad zu fallen. Aber andererseits wollte ich mir dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen.
Nach einem kleinen Mittagsschlaf nun also Anhosen: Ich plante nochmal um, da es inzwischen schön warm war und ich nicht in das bereit gelegte Langarmshirt mit Thermoweste steigen wollte.
DIE VÄTTERNRUNDAN
Meine Startzeit 20:40 Uhr wurde im rechten Startkanal aufgerufen. Seit 19:30 Uhr starteten alle 2 Minuten immer ca 50-60 Radfahrer.
Es ging los und wir fuhren nach Süden in Richtung Jönköping. Nach Sonnenuntergang wurde es doch schnell kühler und an der ersten Verpflegung in Ödeshög habe ich mich dicker angezogen. Überschuhe, Knielinge, Langarmjacke sollten mich, bei inzwischen 12 Grad, die weiteren Stunden warm halten.
Inzwischen wurde es immer dunkler, aber halt nicht so richtig dunkel. Es rollte gut, ich habe immer mal wieder eine gute Gruppe gefunden, an die ich mich für eine Zeit dranhängen konnte. Es ging leicht wellig voran und der Blick nach vorn, mit der riesigen Schlange an Rücklichtern war beeindruckend. Aber auch den Blick zurück habe ich mir nicht nehmen lassen, sogar um 0:30h war noch Abendrot am fernen Himmel zu sehen.
Um 1 Uhr nachts fuhr ich in den Verpflegungspunkt Jönköping ein. Hier gab es Köttbullar mit Kartoffelbrei und Salzgurke. Dazu einen eigens für das Jubiläum kreierten “Cykelkaffe”.
Schnell machte ich mich wieder auf den Weg, nur nicht zu viel Zeit an den Stationen liegen lassen.
Ab 1:30 Uhr fiel die Temperatur nochmal deutlich - nur noch 5 Grad und das sollte sich die nächsten 100 km auch nicht ändern. Irgendwann habe ich noch meine Regenjacke übergezogen, wie froh war ich über meine Entscheidung frühzeitig die Überschuhe angezogen zu haben. In Kombination mit den Merinosocken hatte ich (fast durchgängig) warme Füße.
Die Nachtfahrt war herrlich. Es hat mir mega viel Spass gemacht. Ich war überhaupt nicht müde und so richtig dunkel wurde es auch gar nicht. Ab ca. 2:30 h konnte man am Himmel auch schon wieder einen leichten rötlichen Guten Morgen Schimmer erkennen.
Man hat immer mal wieder bekannte Gesichter/Trikots/Fahrräder gesehen. Manche haben mich bestimmt 8x überholt. Immer am Berg wurde ich überholt, bergab habe ich sie alle wieder eingeholt. Wie früher vom Trainer eingetrichtert bekommen, bergab immer mitkurbeln, mit der gleichen Belastung wie auf der Ebene!
Die nächste große Verpflegung war in Hjo. Dort gab es Lasagne mit Karotten Streusel on Top und als Überraschung Salzgurke ganz unten. Um 4:25 h war das mein Frühstück - 4:40 h weiter, wie gesagt, nicht unnötig lange anhalten.
Inzwischen fuhren wir nach Nordosten mit Blick in die aufgehende Sonne. Ich hatte die Hoffnung, dass es jetzt wärmer wird und ich meine Zwiebelschichten reduzieren kann, aber es dauerte fast noch 2 h, bis die Sonne die nötige Kraft entwickelt hatte.
Kurz vor Schluss, ab km 260 kommen noch mal ein paar richtig fiese Anstiege. Sehr steil und wenn man denkt, man hat es geschafft, kommt nochmal ein sehr langer Anstieg. Das ganze zieht sich über 20 km und saugt den letzten Saft aus den Muskeln.
Wenn es mir nicht zu peinlich gewesen wäre, hätte ich am Liebsten geschoben.
Nach der letzten Verpflegung in Godegard hatte ich das Glück, eine ganz gute Gruppe von 5 Fahrern zu erwischen, die ziemlich genau mein Tempo fuhren, am Berg nur leicht davon zogen, ich aber immer wieder problemlos aufschließen konnte.
Somit waren die letzten 31 km nochmal etwas entspannter (mein Rücken war anderer Meinung).
Nach 315 km und 14:44 h durfte ich völlig zufrieden, aber auch sehr kaputt, durchs Ziel fahren.
DAS WETTER
Ja, 5 Stunden bei unter 10 Grad zu fahren ist schon kalt. Aber hey, es war fast kein Wind und es hat nicht geregnet, also alles gut.
DIE ORGANISATION UND ATMOSPHÄRE
Die Strecke war super ausgeschildert und an allen kritischen Punkten standen Helfer in Warnwesten mit Fahnen und haben uns den Weg angezeigt und die Autos angehalten - wir hatten immer Vorfahrt. Löcher im Asphalt waren mit Farbe markiert, ein Teilstück ging über eine Schnellstrasse. Da war sogar die rechte Spur für uns gesperrt.
In den Depots gab es immer ausreichend Verpflegung, keine großen Wartezeiten und immer auch eine Station für Radservice und Massage.
Die Stimmung am Wegesrand war phänomenal. Überall wurden wir angefeuert, die Menschen betrachten das hier als eine Art Volksfest.
DIE FAKTEN
Am Start, bei der 60. Vätternrundan waren 14.979 Radfahrer, 14.434 kamen ins Ziel.
Meine Fahrzeit Brutto 14:44 h (Netto 13:22 h) für die 315 km.
Somit war ich ca. 45 Minuten schneller als letztes Mal (diesmal ohne Plattfuß).
DAS FAZIT
Ich hatte gehofft, unter 15 Stunden zu bleiben, mindestens aber um 12 Uhr Mittags anzukommen => Ziel erreicht!
Ich war gespannt auf meine erste Nachtfahrt, allerdings auch etwas verunsichert => die beste Entscheidung überhaupt! Die Nachtfahrt war ein Hammer und hat mega viel Spass gemacht.
Und wieder einmal sage ich: das mache ich nie wieder => abwarten ,-)
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- Kategorie: Radsport
von Tim
Auch in diesem Jahr stand für Carsten und mich wieder das traditionsreiche Radrennen Rund um Köln im Kalender. Wie schon 2024 entschieden wir uns für die 67 km-Runde mit rund 500 Höhenmetern – eine Strecke, die sowohl schnelle Flachstücke als auch knackige Anstiege bereithält.
Anreise und Profi-Atmosphäre
Unsere Basis war erneut das NH Hotel Köln Altstadt, das direkt am Startbereich liegt und für uns mittlerweile fester Bestandteil des Rennwochenendes ist. Ein echter Glücksgriff, denn hier logiert auch regelmäßig das REMBE Team Sauerland, das mit seiner Profi-Präsenz direkt „Rund um Köln“-Flair in die Hotellobby bringt. Schon beim Frühstück spürte man die besondere Stimmung: zwischen angeregten Gesprächen über Kettenblätter, Taktik und Wetter mischte sich plötzlich auch der Tour de France-Teufel unter die Gäste. Klar, dass wir uns später noch ein gemeinsames Foto mit ihm sichern mussten – ein perfekter Start in den Tag.
Startvorbereitung – kurz oder lang?
Beim letzten Schrauben an den Rädern kam die große Frage: „Kurz-Kurz oder Lang-Kurz?“ Ich entschied mich mutig für die luftige Variante kurz-kurz, während Carsten auf die klassisch vernünftige Kombination lang-kurz setzte, was ich später noch als Vorteil herausstellen sollte.
Auf der Strecke
Pünktlich am Start machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Die ersten Kilometer rollten wir Seite an Seite, bis die ersten Hügel kamen. Dort spielte Carsten seine Stärke als Bergspezialist aus und setzte sich souverän ab.
Kurz vor dem Schloss Bensberg trafen wir uns jedoch überraschend wieder – leider nicht unter den besten Umständen: Carsten hatte einen Plattfuß. Während ich nach kurzem Austausch weiterfuhr, machte er sich auf die Suche nach einem Taxi. Hier zahlte sich seine Kleiderwahl aus: dank lang-kurz war er gegen Kälte und Fahrtwind bestens gerüstet, sodass er die ungeplante Wartezeit am Straßenrand einigermaßen angenehm überstehen konnte.
Zieleinlauf – und doch gemeinsam
Für mich lief es rund, und nach genau 2 Stunden überquerte ich die Ziellinie. Fast zeitgleich erreichte auch Carsten das Ziel – allerdings mit dem Rad im Kofferraum statt unter sich.
Damit die Enttäuschung nicht allzu groß wurde, brachte ich ihm eine Finisher-Medaille aus dem Zielbereich mit.
Fazit
Auch wenn Carsten diesmal unverschuldet ausgebremst wurde, stand für uns sofort fest: 2026 sind wir wieder dabei! Dann wollen wir beide gemeinsam die 67 km finishen – hoffentlich ohne Panne, dafür mit doppelter Motivation.
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von Kerstin

Nach der ersten Auflage dieser Radsport-Veranstaltung im Heidekreis im letzten Jahr, von der wir zu spät erfahren hatten, waren wir bei Öffnung der Anmeldung für 2025 sofort „am Start“ und waren schon ganz gespannt: 100km Gravelrad fahren und das quasi gleich vor der Haustür!
Als wir gegen 09:15 Uhr in Benzen (vor den Toren Walsrodes) eintrafen, erwartete uns ein schön eingerichteter Platz mit Anmelde-Pavillon, Kaffee und Äpfel, eine kleine Auswahl an Radsportbekleidung eines lokalen Anbieters (Triple ²) und jede Menge gute Laune der eintreffenden Teilnehmenden. Zwar (oder zum Glück) war das Wetter nicht ganz so warm, wie noch zwei Tage zuvor (am Maifeiertag), aber es war trocken und auch sonnig – beste Voraussetzungen für ein paar schöne Stunden im Sattel.
Um 10:00 Uhr machte sich ein Tross von gut 150 Radlern auf den Weg: die Strecke hatte es einige Tage zuvor als gpx-Datei für den Radcomputer gegeben, und so folgten wir den Anweisungen des „Navis“: es ging zunächst wunderschön über befestigte Waldwege, dann kurze Passagen über Asphalt, es folgten Schotterabschnitte, Deichverteidigungswege, ein Abschnitt auf der umgebauten Allertal-Bahnstrecke, Feld- bzw. Wiesenwege… alles, was man unter die breiteren Reifen nehmen kann.
Nach ca. 35km gab es in der Nähe von Rodewald eine Verpflegungsstation, an der man sich wiedertraf, ein wenig die Flaschen auffüllen und einige Kalorien zuführen konnte, bevor es auf die nächste „Etappe“ ging. Wieder wechselte der Untergrund hin und her und wir näherten uns immer mehr „vertrauten Gefilden“ und fuhren durch den nördlichen Landkreis Nienburg hinein in unsere Heimatgemeinde Dörverden… und sogar direkt bei uns Zuhause vorbei, bevor wenige 100m weiter die zweite Verpflegungsstation auf uns wartete: ganz idyllisch gelegen, an der Fährstelle hinter der Kirche – nach einer kurzer Stärkung und nochmaligem Auffüllen der Flaschen, schoben wir mit einer Gruppe anderer Gravelissimisti unsere Räder auf die Solarfähre und setzten über.

Anschließend ging es nach Otersen und von dort über sehr fordernden, tiefen, losen Sandboden weiter Richtung Groß Eilstorf – hätte es mal geregnet gehabt, wäre diese Passage vermutlich schlammig gewesen… irgendetwas ist ja immer!? 😉 Auf diesem abschließenden Teil der Runde warteten auch noch die meisten Höhenmeter auf uns (Stichwort: leide in der Heide) und auch wenn die Beine schon schwer wurden, blieb dennoch Zeit die wunderschöne Landschaft mit den blühenden Bäumen in unterschiedlichsten Grüntönen und den knallig-gelben Rapsfeldern zu genießen.
Kurz vor Benzen wies ein Pfeil auf der Straße nochmals in einen fast undurchdringlich wirkenden Waldweg und es ging über einen Single-Trail zurück auf die Rückseite des Veranstaltungsgeländes, wo jede/r Teilnehmende mit einem Fanfaren-Horn und Trockennebel bei der Zieldurchfahrt gefeiert wurde.
Im Anschluss war bei Getränken und leckerer Verpflegung noch Zeit für nette Gespräche – ich denke, nächstes Jahr sind wir wieder dabei (mal sehen, welche Streckenführung es dann geben wird).


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von Admin
mal übers lange Wochenende nch Cuxhaven radeln. Micheal macht's vor. Stolze 330,7 km als entspannte Tour.
Bericht wird erwartet...
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- Kategorie: Radsport
von Björn
Die Tour d ́Energie ein Sportevent, bei dem jedes Jahr über viereinhalbtausend begeisterte Sportler zusammenfinden und sich auf zwei Strecken a 45 und 100 km/h messen können. Das Rennen startet und endet in Göttingen mit einer malerischen Strecke durchs Weserbergland und einer besonders erwarteten Bergwertung am Hohen Hagen mit einer Länge von 2 Kilometern.
Auch bei der diesjährigen Tour d ́Energie wurde man direkt von einer richtig tollen Stimmung begrüßt und man hat deutlich gemerkt, dass alle anwesenden Fahrer sich auf dieses Rennen gefreut haben und dem Saisonauftakt entgegenfieberten.
Die ganze Region liebt und lebt dieses Rennen, was sich sehr deutlich in den Menschen
widerspiegelt, die am Streckenrand stehen. Hier wird die Stimmung von Jahr zu Jahr besser, und besonders bei der eben genannten Bergwertung kommt teilweise Tour de France Feeling auf.
Das Wetter an diesem Tag hätte nicht besser sein können. Ein wolkenloser Himmel mit
etwas Wind und Sonne bei 18 Grad. Perfektes Radfahrwetter. Und ebenfalls gut, um das
Weserbergland- Panorama zu genießen, welches ein Bild von blühenden Rapsfeldern
aufbot. Jetzt konnte man den Ausblick um Hann.-Münden noch genießen, doch später würde hier die Radstrecke entlang führen, die zwar auch ein Stück hat, das an der Weser lang führt, jedoch habe ich so das Gefühl, dass besonders die Berge irgendwie von Jahr zu Jahr höher werden...
Das Rennen selbst hat gut durchorganisiert angefangen mit dem Parken, weiter zur
Startnummernausgabe, der Kleiderbeutelannahme, bis zur Startaufstellung und der
Zieldurchfahrt. Alles verlief reibungslos und es gab keine Probleme.
Doch jetzt wird es Zeit für das richtige Rennen.
Gestartet bin ich aus dem hinteren Drittel des Startblockes B, und da habe ich es die ersten fünf Kilometer nach dem Startschuss erst mal ruhig angehen lassen und darauf gewartet,
dass sich das Feld etwas auseinanderzieht. Auch wenn hier fast alle fair fahren, ist doch das Risiko, auf den ersten Kilometern in einen Sturz verwickelt zu werden, sehr groß, einfach aufgrund der vielen Fahrer, die hier in einem Pulk fahren. Doch zum Glück ist mir und auch den anderen Teilnehmern, mit denen ich gefahren bin, während der Fahrt nichts passiert (diesmal auch keine platten Reifen).
Sobald sich das Feld also verteilt hatte, nahm für mich das Rennen dann doch recht schnell Fahrt auf und schon nach 12 Kilometern kam der erste nennenswerte Anstieg. Das konnte man auch u.a. daran erkennen, dass sich vor dem Berg eine recht große Gruppe Radfahrer gesammelt hatte. Dort bin ich dann auf die ersten Fahrer aus Startblock A aufgeschlossen.
Jedoch musste ich den Berg ja auch erst mal hochfahren. Da galt für mich: konzentriert, kontrolliert, diszipliniert. Ja nicht schon am Anfang gleich die Beine übersäuern. Oben angekommen, ging es quasi auch schon direkt in die Abfahrt. Da habe ich mir nur gedacht: „Scheiße, das ist verflucht schnell. Jetzt wünsche ich mir am liebsten doch noch eine weitere Speiche mehr am Laufrad“. Das war aber auch kein Wunder. Das letzte Mal, dass ich über 60
km/h auf dem Tacho hatte, war auch hier bei der Tour d ́Energie und somit schon ein Jahr her.
Nach der Abfahrt hatte ich dann eine sauschnelle Gruppe von acht Radfahrern gefunden, die alle ordentlich Tempo gemacht haben. Als ich mich dieser Gruppe angeschlossen hatte, hat das Rennen gleich noch mal richtig Fahrt aufgenommen. Es war regelrecht ein reines Tempo-Gebolze.
Wir sind schön in Einerreihe gefahren und haben uns regelmäßig mit der Führungsarbeit abgewechselt. Dabei war ich einer der schwächeren Fahrer, so dass sich die anderen, wenn ich vorne fuhr, gleich doppelt ausruhen konnten. Einmal, weil alle schön im Windschatten fahren durften, aber auch wegen dem „niedrigen“ Tempo von „nur“ 45 km/h.
Während die Tour durchs Flache weiterging, wurde unsere Gruppe auch immer etwas größer durch neue Radfahrer, die wir unterwegs einsammelten. So konnte ich mich gut für die nächsten Anstieg regenerieren, und als wir dann endlich den nächsten Berg erreicht hatten, gehörte ich in meiner Gruppe schon zu den schnelleren Fahrern.
Andere Teilnehmer neben mir, die in der Ebene noch ganz gewaltige Wattwerte aufs Pedal gedrückt hatten, hatten plötzlich richtig Schwierigkeiten mit der Gruppe den Berg hochzufahren. So hat sich die Gruppe wieder ein Stück auseinander gezogen und wir haben uns Kehre für Kehre in den Berg hochgeschraubt. Während des Anstiegs konnte ich auch immer mal wieder zu einzelnen Radfahrern aufschließen.
Doch auch dieser Anstieg ging irgendwann zu Ende, und als die Abfahrt kam, habe ich dort viele „alte Bekannte“ wieder getroffen bzw. wurde mit erheblichem Geschwindigkeitsüberschuss überholt.
Bevor es nach Ende dieser Passage aber direkt mit Anstiegen weitergehen konnte, kam erst einmal der, von vielen bestimmt auch schon lang erwartete, flache Streckenabschnitt in der Ebene, ein paar Kilometer direkt an der Weser entlang. Hier habe ich mich einer schönen, einheitlichen Gruppe angeschlossen und konnte meine Kräfte für die nächsten Anstiege regenerieren. Die Weiterfahrt verlief soweit auch ohne Zwischenfälle, bis zum Punkt, an dem der Bergsprint am Hohen Hagen nur noch 10 km entfernt war.
Die Bergwertung am Hohen Hagen: Der letzte Anstieg und für viele der eigentliche Höhepunkt des Rennens. Alle Rennradfahrer sprinten hier den zwei Kilometer langen Anstieg hoch, darauf aus, die eigene oder die Bestzeit von Freunden oder Teamkollegen zu schlagen. Nach dem Anstieg geht es bis zur Zielgeraden quasi nur noch bergab, solange, bis man verdient durchs Ziel rollt.
Doch ich befand mich da ja immer noch 10 km vor der Bergwertung entfernt. Als ich gemerkt hatte, dass es nicht mehr weit hin ist, habe ich schon damit angefangen, etwas Tempo rauszunehmen um meine verbliebenen Kräfte zu sammeln. Als dann der Startbogen in Sicht kam, konnte man auch die Fans sehen und hören. Ihre Stimmung war genauso groß, wie der Berg hoch war.
Der letzte Anstieg war natürlich auch mit am schwierigsten, und ich bin noch mal ordentlich ins Schwitzen gekommen. Umso schöner war es natürlich oben angekommen zu sein und zu wissen: „Jetzt geht es die letzten 20 Kilometer quasi nur noch bergab“.
Das bedeutet aber natürlich auch, dass die insgesamt 1000 Höhenmeter in nur 80 statt 100 Kilometern überwunden wurden. Egal, was geschafft ist es geschafft. In der Abfahrt hatte sich dann auch wieder recht schnell eine Gruppe gebildet. Zuerst bestehend aus ca. 20 Fahrern sind dann doch immer wieder andere Fahrer zu uns aufgeschlossen, von denen ich gar nicht wissen möchte, wie schnell sie in der Abfahrt waren. Doch trotzdessen konnte sich bis zum Ziel keiner mehr von der Gruppe absetzen.
Der letze Kilometer war meiner Meinung nach sowieso einer der Schönsten. Die Fans vor dem Ziel erwarteten einen mit einer grandiosen Stimmung, und nach der Zieldurchfahrt hat man sich zufrieden und glücklich abgeklatscht.
Hinter der Ziellinie wurde man von Einbecker erwartet, die den Sportlern ihr gesamtes Sortiment aufgeboten haben, wovon ich mir ein wohlverdientes Finisher-Bier gegönnt habe. Doch damit noch nicht genug Verpflegung. Das Orgateam hat allen Teilnehmern noch nach dem Rennen in den Zelten unbegrenzte Portionen Pasta angeboten, und dieses Angebot habe ich natürlich auch wahrgenommen und sechs Teller gegessen.
Dabei habe ich mich noch ca. eine Stunde mit anderen Fahrern unterhalten, bevor es auch für mich endgültig zurück nach Hause ging.

Mein Fazit:
Es ist eigentlich schade, dass das schönste Jedermannrennen, welches ohne Zweifel ein Saisonhöhepunkt ist, direkt am Anfang des Jahres stattfindet und somit schon so schnell vorbei ist. Wer sich jetzt immer noch nicht richtig vorstellen kann, wie das Rennen verlief, sollte sich am besten das ein oder andere Video auf YouTube ansehen, es lohnt sich wirklich.
PS. Die Anmeldung für die Tour d ́Energie 2026 startet im Januar nächsten Jahres.
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von Jörg
nach vielen Jahren der Abstinenz (seit 2019) habe ich mich mal wieder an eine RTF gewagt.
Wegen des angekündigten Wetters wurden es dann doch weniger Mitstreiter aus der Ausdauersparte, als zuerst gedacht. Aber zumindest Kerstin war mit von der Partie.
Die Veranstaltung in Syke bietet für jeden etwas: MTB, Gravel & Road, immer zwei Streckenlängen. Kerstin und ich haben uns für die 79 km auf der Strasse entschieden, wobei bei mir noch zusätzlich die An- und Abreise mit je 20 km on Top kamen.
Start war um 10 Uhr und pünktlich setzte der angekündigte Regen ein. Wobei Regen konnte man das eigentlich nicht nennen - es war eher so ein Sprühnebel, ganz erfrischend und so wenig, dass es sich nicht einmal lohnte die Regenjacke über zu ziehen. Bis zur ersten und einzigen Ampel fuhren wir als geschlossener Verband. Es ging zügig los und sehr schnell fand ich mich am Ende des Feldes wieder. Dann gab es noch eine Überraschung - wir hatten einen Zaungast. Jan-Ole stand unterwegs auf dem Radweg und wollte uns ein paar hundert Meter begleiten. Wir haben uns ein paar Minuten nett unterhalten, bis er wieder ausscheerte und nach Hause abbog.
Inzwischen waren wir nach hinten aus dem Feld gefallen. Vor uns eine Dreiergruppe, an die wir uns geklemmt haben. Aber irgendwie klappte das auch nicht so richtig und wir waren wieder allein. Doch ein paar Kilometer weiter entdeckten wir vor uns eine größere Gruppe und wollten da ranfahren. Bei Gegenwind und nach wie vor Nieselregen gaben wir alles und kamen dichter.
Aber mein Puls war nur noch im roten Bereich und ich musste klein bei geben.
Kerstin blieb bei mir und machte fast die ganze Führungsarbeit. Ich hatte mein Pulver bereits nach 30 km verschossen und hatte Schwierigkeiten an Kerstin dran zu bleiben.
Bei der Verpflegungsstation in Heiligenfelde hatten wir die Chance wieder mit einer größeren Gruppe loszufahren. Aber schon nach ca 500 Metern, bei einer kleinen Steigung, konnte ich nicht mehr mithalten. Mein Vorschlag an Kerstin, sie solle die Gruppe halten, ich komme auch alleine zurecht, wurde nicht angenommen. Kerstin hatte Mitleid mit mir und hat immer wieder gewartet. Oder mit anderen Worten, sie hat sich an den Trainingsplan gehalten, auf dem stand 3 Stunden locker mit Verpflegen während der Fahrt üben. Tja, bei Kerstin 3 Stunden locker waren bei mir 3 Stunden mit fast Maximalpuls.
Zwischenzeitlich hatten wir zum Glück auch viel Rückenwind und es lief eigentlich ganz gut. Ein paar versprengte FahrerInnen sammelten sich kurzfristig zu eine 5er Gruppe. Aber mein Problem mit den Steigungen...
Nach fast genau 3 Stunden erreichten wir wieder das Ziel und konnten uns mit Getränken und Bratwurst stärken. Dann noch zurück nach Hause und die 120 km waren voll.
Vielen Dank Kerstin für deine Nachsicht. Auch wenn es etwas frustierend war, dass ich die Gruppe nicht halten konnte, war es eine schöne Ausfahrt.
Sollte also jemand Lust haben sich an einer RTF auszuprobieren, aber eher 25-26 km/h und nicht 30-40 km/h fahren möchte, kann er/sie mich gerne ansprechen (Nienburger Mittelweser RTF am 27.04.25).
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von Tim
Am Sonntag, den 30. März 2025, machten sich das Trio aus – Tim, Carsten und Tim – auf den Weg nach Wildeshausen, um an der dritten Auflage der Wilden Geest teilzunehmen. Auf dem Programm stand die 55 Kilometer lange Strecke durch die abwechslungsreiche Landschaft der Wildeshauser Geest.
Das norddeutsche Frühjahrswetter zeigte sich dabei von seiner typischen Seite: kräftiger Wind begleitete uns, dazu kamen immer wieder kurze, teils heftige Regenschauer. Doch genau das machte den Reiz dieses Gravel-Events aus – es wurde ein echtes Naturerlebnis mit sportlicher Herausforderung.
Die Route führte über Schotterwege, Waldpfade und kleine Nebenstraßen, gespickt mit einigen sandigen Passagen, die Konzentration und Technik forderten. Trotz der Bedingungen blieb die Stimmung im Team hervorragend. Gemeinsam meisterten wir jede Kurve, jeden Regenschauer und jede Windböe.
Am Ende kamen wir zufrieden und gut durchgepustet ins Ziel, dort wartete eine warme Erbsensuppe und leckerer Butterbuchen. Ein tolles Erlebnis, das uns einmal mehr gezeigt hat, wie viel Spaß der Sport auch abseits des Asphalts machen kann.
Wir freuen uns schon auf die Wilde Geest 4.0 in 2026.
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von Kerstin
Dieser Bericht beginnt quasi im November 2023 als wir – als Teilnehmende der TK Cycling Tour in Bremen - eine Mail vom Veranstalter der „Deutschland Tour“ bekamen, in dem ein exklusiver 50%-Rabatt für die Anmeldung/Teilnahme bei einer „befreundeten“ Veranstaltung in Dänemark angeboten wurde: die „L’Etape Denmark by Tour de France“… die Ausschreibung hörte sich vielversprechend an: es gab verschiedene Streckenlängen von Flensburg bis Viborg – was insgesamt 300km sind, aber auch weitere Startpunkte entlang der Strecke, so dass die zu fahrende Distanz jeweils kürzer wurde: 160km, 125km, 75km oder auch „nur“ 50km.
Es wurde kurz mit dem Coach und dem Gatten beraten und schon waren wir drei dabei – bzw. wir vier, weil Silvia als Shuttle-Beauftragte auch in die Planungen „einbezogen“ wurde.
Wie oben beschrieben, geht die Strecke nur Richtung Norden, so dass es eine gewisse logistische Herausforderung ist, nach vollbrachter Leistung wieder zurück zu kommen (wobei der Veranstalter auch eine Transport-Option angeboten hat, die wir aber dann nicht in Anspruch genommen haben).
Am letzten Freitag ging es dann schon einmal los: Flensburg erwartete uns mit schönem, aber recht windigem Wetter – das könnte „lustig“ werden, aber laut Vorhersage sollte der Wind nachlassen und zudem auf Südwest drehen, was definitiv in unserem Sinne wäre!
Der Samstagmorgen startete früh: um 05:15 klingelte der Wecker, um 06:30 verließen wir die Ferienwohnung – Jens bereits voll „angehost“ und mit dem Rad zum Start am Schifffahrtsmuseum direkt an der Förde, wo er um 07:18 (!) auf die 300km-Strecke gehen würde.
Ich stieg erst einmal ins Auto (das Rad auf dem Träger), um Martin (& sein Rad) abzuholen, um zu unserem Startort Vejen zu fahren, wo wir gegen 08:20 als einige der Ersten eintrafen: es war noch ausreichend Zeit, um die Startunterlagen abzuholen, sich mit Kaffee zu stärken und das Rad und sich selbst startklar zu machen.
Um kurz vor 09:30 begaben wir uns in die Startaufstellung und hielten einen kurzen Plausch mit einem deutsch/dänischen Pärchen, bevor es auch schon in einer Kleingruppe von ca. 20 Fahrern los ging.
Relativ schnell stellte sich heraus, dass diese Gruppe tendenziell etwas zu schnell für uns war, so dass wir sie ziehen ließen und Martin für uns beide das Tempo machte und aufpasste, dass wir uns nicht gleich zu Beginn (und auch nicht im weiteren Verlauf) „abschießen“ würden.
Die Streckenführung ging teilweise über wunderbare Fahrradwege, aber überwiegend über kleinere Nebenstraßen durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Die Beschilderung war ebenfalls hervorragend und es fuhren „Marshalls“ auf Motorrädern durchs Feld und sicherten, neben weiteren Helfern, an Kreuzungen den Verkehr.
Der Wind hatte die Vorhersage wohl auch gehört und sich entsprechend auf Südwest gestellt, so dass er uns – glücklicherweise – die meiste Zeit von hinten anschob!
Insgesamt gab es auf unserer Strecke 4 Verpflegungspunkte, an denen wir jeweils kurze Stopps einlegten, um kurz die Beine und den Rücken zu lockern und uns am reichhaltigen Büffet zu stärken. Die Organisation der VPs lag jeweils in der Hand von lokalen Fahrradclubs, die ein abwechslungsreiches Angebot vorbereitet hatten, die für alle Geschmäcker etwas zu bieten hatten: süß, salzig, warm, kalt, frisches Obst und verschiedene Getränke – alles super organisiert und sehr freundlich!
Wir fuhren meist zu zweit, manchmal schloss sich ein weiterer Fahrer an, und ab und zu gelang es uns, uns - für einige Zeit – an eine „aufgefahrene“ Gruppe dranzuhängen.
So ging es weiter, immer leicht „rollend“ durchs wunderschöne Jütland – wer denkt, dass Dänemark flach ist, liegt falsch: insgesamt hatten wir auf den 160km gut 1200 Höhenmeter zu bewältigen! Und ganz nach Art der Tour de France gab es auch vier „Berg“- und zwei „Sprint“-Wertungen – wobei wir diese „ignoriert“ haben.
Auch wenn es insgesamt an der Strecke nur relativ wenige Zuschauer gab, waren diese Wertungspunkte immer Stimmungsnester und verbreiteten einen Hauch „Tour-Feeling“.
Ziemlich genau 15:00h fuhren wir im Zentrum von Viborg über die Zeitmatte, von wo aus es noch ein gutes Stück über einen roten Teppich (!) durch die wunderschöne Fußgängerzone bis zum „Paradeplatz“ ging, wo wir unsere Finisher-Medaillen in Empfang nehmen durften, ein Selfie machen und ein erstes Getränk zu uns nehmen konnten.

Silvia meldete sich kurze Zeit später und wir verstauten unsere Räder im Vito und zogen uns kurz um, bevor wir zurück zum Veranstaltungsgelände gingen, um auf Jens zu warten.
Es gab leckere dänische Würstchen und Pommes, um den Energie- und Salzhaushalt auszugleichen und einen kurzen Anruf von Jens, der sich von „seinem“ vorletzten Verpflegungspunkt meldete – so konnten wir davon ausgehen, dass er gegen 18:00 im Ziel sein würde.
Und so kam es auch: nach insgesamt 10:50h auf der Strecke und einer Fahrzeit von etwas über 10h hatte er die 300km geschafft!
Nach einem kühlen Tuborg und ebenfalls einer Wurst für ihn, traten wir den Rückweg über Vejen (wo wir unser Auto „einsammeln“ mussten) nach Flensburg an.
Ein wunderschöner Tag!
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von Martin
Juni 2023, beim Heavy24 24h-MTB-Rennen in Chemnitz bin ich zusammen mit drei anderen FahrerInnen für das Rennen in der Kategorie 4er-Mixed gemeldet. Kurzfristig springen alle ab, wir sagen das Rennen ab. Der Veranstalter zeigt sich kulant, Startplätze auf 2024 geschoben, let´s go! Leider haben zwei der vier FahrerInnen kein Interesse mehr, was aber schnell mit Ersatz kompensiert werden kann.
Mai 2024, eine der Fahrerinnen muss krankheitsbedingt absagen. Kein Ding, wir fahren dann halt zu dritt.
Drei Tage vor dem Rennen die nächste Absage und kurz darauf die weiße Fahne, auch der letzte verbliebene Mitstreiter ist raus, will sich das Rennen im Zweierteam nicht antun.
Da stand ich also plötzlich allein da, alle Vorbereitungen waren fast abgeschlossen. Ein neues, Bike, neue Reifen, Lebensmittel gekauft, Material geliehen und alles sorgfältig gepackt.
2019 startete ich schon einmal in Chemnitz, Zweierteam, Abbruch nach 18h, der Teampartner mit Magenproblemen komplett am Ende. Unfinished business, viel Aufwand, Frust, Ärger, ein Entschluss, ich fahre solo, ohne Ambitionen, mache meinen Frieden mit dem Rennen.
Vor Ort am Rabensteiner Stausee bin ich nicht allein, ein Zweier-Mixed-Team hat einen großen Pavillon, in den ich mit "einziehen" darf. Auch dieses Team hat keinen Betreuer, wir richten also alles für Selbstversorgung ein.
"Was man im Training nicht vorbereitet hat, das kann man im Wettkampf auch nicht abrufen." Diesen Satz haben einige AthletInnen schon von mir zu hören bekommen. Ich weiß, dass ich nicht fit genug bin, um etwas in der Gesamtwertung zu reißen, ich kann es also entspannt angehen.
Das Rennen startet Samstag 12 Uhr, ich fahre drei Runden am Stück, mache Pause, verpflege mich, fahre noch einmal drei Runden. In der dritten Runde meldet sich der Rücken, die vielen Wurzeln und die "Vorbelastung" durch langes Sitzen am Schreibtisch machen sich bemerkbar.
Ich wechsle auf zwei Runden pro Turn. Die Zeit vergeht schnell, die Beine sind gut, der Magen spielt mit. Pro Runde sind knapp 10 km mit über 100 hm zu absolvieren. Es gibt drei Passagen mit fiesen Wurzeln, zwei Anstiege, einen richtig g**len Downhill und eine schnelle Abfahrt pro Runde.
Nach vierzehn Runden, es wird bereits dunkel, werden die Verspannungen im Rücken heftiger, eine längere Pause muss her. Ganz halte ich mich nicht an den Plan, fahre gegen 23 Uhr noch die fünfzehnte Runde und beschließe mich auszuruhen und zu schlafen.
Immerhin zweieinhalb Stunden konnte ich schlafen, dann fuhr ich einzelne Runden mit ausreichend Pause, um den Rücken nicht zu sehr zu belasten.

Nach 21 Runden hatte ich fast glatte 200 km auf dem Tacho, knapp über 2800 hm. Für mich reichte das dann, ich hatte meinen Frieden mit dem Rennen gemacht.
Der Sieger der Solofahrer hat unglaubliche 55 Runden geschafft, ist das Rennen fast komplett durchgefahren mit Rundenzeiten, die man sonst bei Zweier- oder Viererteams sieht!
- Saisoneröffnung
- Val Venosta
- Trainingsfahrt nach Oldenburg
- Von 0 auf 100 in 6 Monaten
- „Weserrunde“ bei der (TK Cycling) Deutschlandtour
- 24h-MTB-Rennen im Landschaftspark Nord Duisburg
- 33. Barrier RTF - "Butterkuchenfahrt"
- Drei Tage Action im Norden
- Vätternrundan 18.06.2022 - 315 km um den Vätternsee/Schweden
- Ich fahre (nach) Italien nach




