Der Name Einhorntriathlon kommt daher, dass die Wendeboje bei den ersten drei Triathlons ein aufblasbares Einhorn-Wasserspielzeug war. Der Einhorn Triathlon ging dieses Jahr in seine siebte Auflage und ist ursprünglich in der Coronazeit als interne und inoffizielle Vereinsmeisterschaft des Triathlon Clubs Bremen (TCB) gestartet. Damals noch am Oytersee, seit vier Jahren jedoch umgezogen in den Stadtwaldsee (im Volksmund Unisee). Die zweite offizielle Veranstaltung, bei der ich damals auch bereits gestartet bin, hatte schon so viel Zulauf bekommen, dass der TCB im dritten Jahr mit dem Einhorntriathlon auch regelmäßig die Bremer Landesmeisterschaften auf der Sprintdistanz ausgetragen hat. 

Der Einhorntriathlon war in diesem Jahr bereits mein dritter Triathlon und ich ging mit meiner ältesten Tochter Isabel, für die es der erste Volkstriathlon sein sollte, an den Start. Obwohl ich schon so einige Triathlons gemacht habe und auch schon knapp 30 Jahre dabei bin, hatte dieser Wettkampf noch die ein oder andere Überraschung zu bieten.

Es ging schon damit los, dass drei Tage vor dem Start die Stadt Bremen, genauer der Senat für Umwelt, bei der letzten Wasserqualitätsmessung im See folgende Warnmeldung herausgegeben hat: Im Stadtwaldsee gibt es ein massives Blaualgenvorkommen. Die Blaualgen sind in diesem Fall schwer zu erkennen und gleichmäßig im See verteilt. Zudem wurde ein erhöhter PH-Wert festgestellt. Da eine Gesundheitsbeeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden kann, wird empfohlen, in diesem See nicht zu baden. Der See ist dennoch weiterhin zum Baden freigegeben.

Der Veranstalter hat uns mitgeteilt, dass er daraufhin im See geschwommen ist und schon eine stärkere Trübung als in den Vorjahren festgestellt hat, aber keine gesundheitlichen Auswirkungen bemerkte. Daraufhin hat sich der Veranstalter dazu entschlossen, die Schülerwettbewerbe zu einem Duathlon zu machen, und auch den Erwachsenen ist diese Möglichkeit freigestellt. Mit seiner Entscheidung konnte man sich auch noch bis zur Abholung der Startnummern Zeit lassen.

Obwohl ich schon immer davon geträumt hatte, dass bei der Wettkampfbesprechung verkündet wird, dass aus dem Triathlon ein Duathlon wird, haben wir uns nach einer kleinen Umfrage bei Athleten und Veranstaltern, in der Schlange bei der Abholung der Startunterlagen, wie auch die Mehrheit, für den Triathlon entschieden.

Bei dem Triathlon gab es in der Wechselzone keine nummerierten Plätze. Somit haben Isabel und ich uns irgendwo in der Mitte noch freie Plätze gesucht und haben unseren Platz eingerichtet. Und obwohl das Wasser mit etwa 20 Grad der wärmste Ort sein sollte, haben Isabel und ich uns für den Neo entschieden. Anschließend ging es zur Wettkampfbesprechung, die neben der Wechselzone stattfand.
Während der Wettkampfbesprechung hörte man plötzlich ein metallisches Scheppern, was keiner bei so einer Veranstaltung hören möchte. Was war passiert: Durch den Regen der Vortage und den dadurch aufgeweichten Boden, den schlecht ausgerichteten und abgespannten Haltebügeln, ist eine komplette Reihe Räder auf die Seite gefallen, Isabels und mein Rad mittendrin. Nach kurzem Schreckmoment haben dann die Betroffenen Athleten vorsichtig das Carbon-Metallknäuel entwirrt. Nach kurzem Bikecheck zum Glück keine sichtbaren Schäden. Dann haben die Beteiligten den Radständer neu aufgestellt. Diesmal wurden die Stützstangen ein ganzes Stück tiefer in den Boden gerammt, so dass die Räder auch nicht mehr so hoch in der Luft hingen.

Als erstes ging der Duathlon und die Sprintdistanz an den Start, dann kam meine Gruppe Volksdistanz Männer (einschließlich AK 55). Der Start erfolgte pünktlich um 10 Uhr vom Land aus.
Die Schwimmstrecke war ein Dreieckskurs. Man schwamm aus der Badezone raus, anschließend eine 90-Grad Wendung, an einer Bojenkette entlang und am Ende wieder zurück zum Start. Verschwimmen  war eigentlich kaum möglich. Das Wasser glich durch den starken Wind und der leichten Trübung Nordseewasser.

Nachdem ich das Schwimmen mehr oder weniger erfolgreich absolviert hatte, kam meine vermeintliche Paradedisziplin, die ich aber gründlich versemmelt habe. Erst habe ich den Reißverschluss des Neoprenanzuges nicht aufbekommen, dann hing der Ärmel an der Uhr fest und anschließend hing das Ding noch am Transponder. Normalerweise habe ich den Neo, bevor ich in der Wechselzone bin, halb ausgezogen. Nach einer gefühlten Ewigkeit Helm auf, Schuhe an, Startnummerngürtel um, das Rad genommen und zum Radausgang.

Nach kurzem zwangsläufigem Warmfahren, wegen des eingerichteten Überholverbotes, ging es dann gleich mit Vollgas und vollem Rückenwind, und da der Regen wieder stärker wurde auch wieder gegen die Strömung, auf den komplett abgesperrten Hochschulring. Die Arme sofort auf den Auflieger, angetrieben durch das Wummern des Scheibenrades, nahm die Aufholjagd ihren Lauf.

Nach ca. 2,5 Kilometern ging es dann auf den Kuhgrabenweg bis kurz vor Kuhsiel, wo nach ca. 2,5 km der Wendepunkt in Form eines U-Turns war. Anschließend ging es genau entgegengesetzt wieder zurück. Diese Runde musste zweimal gefahren werden. Durch den starken Seitenwind, durch welchen das Rad nicht mehr ganz so stabil in der Spur war und dem stärker werdenden Verkehr, durch die jetzt auf der Radstrecke angekommenen Teilnehmer der anderen Startgruppen, musste ich auf dem Kuhgrabenweg teilweise etwas rausnehmen, was auch insbesondere für das Anfahren der Wendepunkte galt. Durch den Regen wurden aber auch immer schön die Füße durch den Wasserstrahl des Vorderrads gekühlt (Die Radschuhe sollten heute mal genauso nass sein wie der Neo).

Nach Beendigung des Radfahrens ging es wieder Richtung Wechselzone. Der zweite Wechsel sollte diesmal trotz nasser Füße wesentlich besser klappen.

Nun ging es noch mal zwei Runden um den Unisee. Auf der Laufstrecke, die in einigen Teilen im Untergrund einer aufgeweichten Crossstrecke glich, konnte ich noch den einen oder anderen Athleten überholen. Ich wurde aber auch noch von den beiden wesentlich jüngeren Thomas Keller und Thorben Maaß überholt.

Als ich im Ziel angekommen bin, hieß es wie immer, sich mit seinen engsten Kontrahenten, abzuklatschen und sich auszutauschen. Nach kurzer Verpflegung ging es für mich erst einmal zurück zur Wechselzone, um mir ein paar warme und trockene Sachen überzuziehen um dann noch mal zurück zum Ziel, um Isabel In Empfang zu nehmen.

Sie kam dann anschließend in guten 01:21:09 ans Ziel. Als sie sich dann schließlich durch Trinken und frisches Obst erholt hat, sind wir dann auf dem Weg zur Wechselzone noch an dem reichhaltigen Kuchenbuffet vorbei gegangen um das Kaloriendefizit zu minimieren. Isabels Fazit: Obwohl sie nicht speziell dafür trainiert hatte und das Wetter auch nicht das Allerbeste war, hat es im Nachhinein trotzdem viel Spaß gemacht und sie freut sich schon auf den nächsten Triathlon, am liebsten noch in diesem Jahr. Das wird dann das Saisonfinale in Hannover sein.