von Kerstin

Vor einiger Zeit hatten wir von einer neuen Veranstaltung gehört, die gleich unser Interesse weckte: Gravelrad fahren und Trailrunning in Kombination. Das hörte sich doch nach einem perfekten Wochenendausflug in den Harz an und so meldeten wir uns für die „Team-Challenge“ an: Jens sollte die Radstrecken absolvieren, ich die beiden Lauf-Segmente – gemeinsam sollten wir eine Strecke von 34km mit 1.100 HM bewältigen. So weit, so gut.

Am Samstagmorgen machten wir uns dann auf den Weg nach Braunlage: im Harzer Vorland angekommen, wurde es langsam hell, es war trocken und die Temperaturen lagen bei 12°C – beste Bedingungen! Die Abholung der Startunterlagen war völlig unkompliziert (wir waren mit die ersten vor Ort) und so blieb noch etwas Zeit, sich zunächst im Auto gedanklich auf das Abenteuer einzustellen und die Wechselzone „einzurichten“ – wobei diese für uns als Team lediglich als „Tauschzone“ diente: sobald Jens am Platz ankam, konnte ich los – und umgekehrt.

Gegen 08:30 rollte Jens dann vom Veranstaltungsgelände am Hexenritt-Platz runter zum Start des ersten Gravel-Abschnitts an der Talstation der Wurmberg-Bahn. Von dort ging es für ihn um 09:00 los auf die ersten 8km mit 310HM. Ich stand derweil in der Wechselzone und konnte per Livestandort verfolgen, wie er sich näherte: nach 30 Minuten konnte ich ihn auf dem Trail oberhalb der Wechselzone ausmachen, zog die Trainingsjacke aus und machte mich bereit.

 

 

  

 

 
Nach dem Abklatschen ging es ein kleines Stück über eine Schotterstrecke bergab und direkt rein in den ersten, technisch anspruchsvollen bergab-Trail mit grasbewachsenem, weichem Untergrund samt Kuhlen, Baumwurzeln und was man sich sonst noch so vorstellen kann. Anschließend ging es dann einige Zeit über befestigte Wald-Schotter-Wege ein wenig rauf und dann lange Zeit sanft runter, bevor es dann den „Mattenschanzen-Brockenweg“ hoch ging: an Laufen war dabei nicht zu denken, alle „wanderten“ dort hoch. Danach eine kurze asphaltierte Strecke, dann wieder ein steiniger, unebener Single-Trail bergan, Schotter bergab und schließlich der „Abenteuer-Abschnitt vom Anfang“ zurück zur Wechselzone: knapp 7km mit 245HM in 45 Minuten – mir war trotz der kühlen Temperaturen ziemlich warm geworden, aber jetzt hatte ich ja Zeit, um mich ein wenig zu erholen.


Jens startete auf den zweiten Gravel-Abschnitt, der wiederum gleich mal bergauf in Richtung Gipfel startete: dieses Mal musste er zwei Runden um den Wurmberg absolvieren und auf den 13km insgesamt 345HM bewältigen – und schon nach 43 Minuten war er wieder „im Anflug“. Während der Wartezeit, hatten wir Staffel-LäuferInnen schon die Gelegenheit uns anzuschauen, was als nächstes auf uns wartete: direkt aus der Wechselzone ging es in den steilen Anstieg der „Hexenritt-Piste“ hoch – wieder über sehr weiches, nachgiebiges aber auch sehr schlecht abzuschätzendes, unwegsames Gelände… Trailrunning halt!

   

 


Immerhin schaffte ich es, den gesamten Anstieg über eine Art „Lauf-Tempo“ aufrecht zu erhalten – „oben“ angekommen, ging es dann weniger steil weiter über eine Schotterpiste weiter bergauf, um dann schließlich wieder in einen „Wanderstieg“ zu münden, der uns schließlich auf die Spitze des Wurmbergs führte. Dort konnte man sich ein wenig vom touristischen Treiben von den eigenen Strapazen ablenken lassen und dann ging es quasi auf den Rückweg: zunächst ein Stück Asphalt, dann wieder ein Schotterweg mit kleineren „Wellen“ und schließlich über zwei Down-Hill-Passagen: zunächst wieder sehr unübersichtlich, aber im zweiten Teil etwas besser einzuschätzen, so dass man durchaus etwas „laufen lassen“ konnte. Für die 5km mit den 260HM brauchte ich gut 38 Minuten, und lief mit einem breiten Grinsen im Zielbereich in Jens Arme. Was ein Spaß!

Anschließend nutzen wir die Zielverpflegung und das Massage-Angebot, um die Wartezeit bis zur Siegerehrung zu überbrücken, die zügig nach dem Einlauf des letzten Athleten über die Bühne ging, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Eine sehr schöne, (noch?) kleine Veranstaltung, die wir nur empfehlen können.